Geschichte von EfA

Kleine Chronologie

19.05.2017
"Essen für alle " wird vom Veterinäramt GG als Lebensmittelbetrieb nach EU VO 178/2002 registriert

 

03.09.2017
Gründungssitzung des Vereins
Essen für Alle (EfA)
(Gründungssatzung)

Schwerpunkte der Aktivitäten von EfA waren zunächst in Groß-Gerau, Gernsheim und Mörfelden-Walldorf.
Erster Lebensmittel-Spender von EfA war seit Mai 2017 die Tafel Groß-Gerau. Hier durfte EfA abholen, was bei der Donnerstagsausgabe übrig war. Die Spenden wurden überwiegend in die Wohnheime in Mörfelden-Walldorf zu Bedürftigen gebracht, die nicht zur Tafel resp. Speisekammer in Mörfelden gehen können.
 

06.10.2017
Bescheid über die Gemeinnützigkeit von EfA durch das Finanzamt GG

 

01.12.2017
Erste Freitags-Verteilung von Lebensmitteln, in Gernsheim an Senioren und Alleinerziehende. Ab dann wöchentlich

 

26.04.2018

Erste Donnerstags-Verteilung, in GG-Dornheim an Alleinerziehende und Senioren. Ab dann wöchentliche Verteilung

 

07.09.2018

Erste Freitags-Verteilung in Büttelborn, im Zentrum für Gemeinschaftshilfe an Senioren und Alleinerziehende. Ab dann jede Woche Verteilung.

 

01.11.2018
Erste EfA-Lebensmittelverteilung im Hof der Alten Schule in GG/Dornheim. Ab dann Verteilung jeden Donnerstag.

 

02.11.2018

Erster EfA-Koch-Workshop für junge Leute in Zusammenarbeit mit den Beruflichen Schulen GG. "Koch dir was!"

 

15.11.2018
Erste Donnerstags-Verteilung in Mörfelden (DRK-Heim). Ab dann 14 tägig.

 

21.11.2018
Die Aktivitäten von EfA in Gernsheim und im Ried wurden als "Gemüse-Netzwerk e.V." (Facebook )ausgegründet.

 

Seit Dez. 2018
viele neue EfAs sind hinzugekommen. Die Rettung von Lebensmitteln, Verteilung und Aufklärung gegen Lebensmittelverschwendung geht mit Volldampf voran!


Warum wurde EfA ins Leben gerufen und was sind die Unterschiede zur Tafel und zu Initiativen, die Lebensmittel retten?

Einige Gründer von EfA waren zuvor als Lebensmittelretter auch in bundesweiten Initiativen tätig.
"Wir wollten jedoch mehr, denn wir wollten, dass die Lebensmittel auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Daher gründeten wir EfA", sagt die Initiatorin Sylvia Schneider.

 

Von der Tafel unterscheidet EfA, dass Lebensmittel an soziale Organisationen und an Personen abgeben werden, die nicht zur Tafel gehen können oder wollen.
Viele sind ältere Damen, die im ländlichen Raum, wo jeder jeden kennt, nicht zur Tafel gehen würden. Außerdem bringt EfA Lebensmittel in Seniorenhäuser, in denen Senioren leben, die nicht gut zu Fuß sind und/oder wenig Geld zur Verfügung haben, um frisches Obst und Gemüse zu kaufen.

 

Zudem betreibt EfA verschiedene lokale Verteilstationen, in denen wöchentlich Lebensmittel abgegeben werden. Hier können jeweils zuerst Alleinerziehende und Senioren, etc. abholen. Zum Schluss kann jeder kommen und retten was noch übrig ist.
Stets finden die Verteilungen nach Geschäftsschluss statt, damit z.B. auch der Handwerks-Bäcker an der Ecke kein Geschäft einbüßt.

 

EfA gibt nur kleinen Mengen bis 5kg/Woche und Haushalt ab. Auch das ist ein Unterschied zur Tafel. Im Durchschnitt verteilt EfA Mengen von ca. 3 kg/Haushalt und Woche. EfA gibt Hilfe zur Selbsthilfe.


Von  anderen Gruppen, die Lebensmittel retten wie z.B. Foodsharing unterscheidet sich EfA, da hier die Verteilung der Lebensmittel an gemeinnützige Einrichtungen und Menschen, welche die Lebensmittel gut gebrauchen können oberste Priorität hat.

EfA möchte nicht nur Lebensmittel retten, sondern sie sollen auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Rettung und Verteilung erfolgt resoucensparend und nachhaltig.
Daher versteht es sich von selbst, dass EfA lokal rettet und lokal verteilt. Folgerichtig ist daher auch, dass EfA keine Lebensmittelpakete versendet und auch keine geretteten Lebensmittel verkauft. 
 
EfA ist sehr stolz auf seinen guten Ruf und das hohe Ansehen, dass sich der gemeinnützige Verein durch das unermüdliche und ehrliche Engagement seiner ehrenamtlichen Helfer im Dienste der Lebensmittelrettung und Verteilung in kürzester Zeit erworben hat.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Einsatz lohnt.

 

"....Hätten wir das EfA-Konzept nicht entwickelt, dann müsste es dringend erfunden werden...es war absolut notwendig und höchste Zeit dafür....", sagt die Vorsitzende.

 

Entwicklung

Die ersten Mitglieder von EfA  waren rund 12 Personen, von denen 8 zuvor als Lebensmittelretter in anderen Organisationen tätig waren.

Die ersten Abholungen durch die Mitglieder von EfA erfolgten bei der Tafel Groß-Gerau. Dort wurde von der Donnerstagsverteilung abgeholt was übrig war, also z.B. dunkles Brot, Kohl, Salate, oder Pilze. Die Waren wurden sofort an Seniorinnen verteilt, die es gebrauchen konnten und noch wissen, wie man Kohl zubereitet.

Schnell erweiterte sich der Kreis der Mitglieder, Helfer und Spender-Betriebe.

Mit der Zentrale von REWE und später mit der Regionalleitung von ALDI Süd wurde vereinbart, in welchen Märkten EfA abholen darf. EfA holt an den Tagen ab, an denen die Tafel nicht abholt. Die im Markt übrigen Lebensmittel müssten sonst weggeworfen werden.

EfA bringt die Lebensmittel zu Menschen, die sie wirklich brauchen können.
EfA betreibt außerdem Lebensmittel-Verteilstationen. Dort wird jeweils abends, nach Geschäftsschluss verteilt, denn EfA möchte auch für die lokalen Lebensmittel-Geschäfte oder Bäcker keine Konkurrenz sein.
EfA ist sehr dankbar für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Spenderbetrieben.

EfAs sind freundlich und zuvorkommend. Sie holen in den Betrieben genau nach den Vorgaben und Wünschen des einzelnen Marktes ab.
EfA holt alles ab, was die Betriebe abgeben möchten und EfA hinterlässt die Betriebe sauber und ordentlich.

Ein paar Zahlen zur Arbeit von EfA:
Im Oktober 2018 holen alleine in Groß-Gerau und Mörfelden-Walldorf etwa 15 Helfer wöchentlich, in 9 Betrieben 26 Mal ab. Im Durchschnitt werden damit rund 1.000 kg (= 1 t) Lebensmittel pro Woche vor der Abfalltonne gerettet und verteilt.
Abgegeben wird alleine in diesen beiden Klein-Städten in der Woche an 21 karitative Stellen, insgesamt 28 Mal/Woche. 

Zusammen mit 3 Verteilstationen werden in den beiden genannten Städten durch EfA wöchentlich rund 180 Familien (ca. 450 Personen) mit Lebensmitteln im kleinen Rahmen unterstützt und die Lebensmittel zugleich vor der Tonne gerettet.
Zusätzlich erhalten pro Woche ca. 160 Kinder etwas Obst, Backwaren über die von EfA belieferten Kindergärten, Schulen usw..

Wo und wie verteilt  EfA die Lebensmittel?:
Neben der Abgabe an soziale Einrichtungen wie Kinderschutzbund etc. betreibt EfA mehrere Verteilstationen für Alleinerziehende und Senioren.

Wie läuft eine typische Lebensmittel-Rettung und Verteilung ab?
Beispiel Bäckerei Darmstädter in GG:
Mittwochs holt EfA zu Geschäftsschluss, um 13 Uhr ab, was übrig ist. Dann geht's mit dem duftenden Backwerk direkt zum Wohnsitzlosenheim der Diakonie in der Schützenstr. EfA bringt Brötchen, Teilchen und Obst. Schnell geht es weiter in die Goetheschule, einer Schule für Kinder die beim Lernen Unterstützung brauchen. Die Schüler vom Mittagstisch der Goetheschule warten schon. Auch dort liefert EfA Brötchen, Teilchen und Obst ab. Die Kinder helfen oft beim Ausladen der süßen Fracht. Einige Kinder bekommen auch gleich ein EfA-Päckchen mit Brot und Obst für Zuhause von der Schule.
Weiter geht es in die Luise-Büchner-Schule. Elke Anthes in der Schreibwerkstatt und die Schüler wissen schon zu welcher Zeit etwa EfA mit Brötchen und Teilchen kommt.  So gestärkt lässt es sich auch zu dieser späten Stunde wieder konzentriert lernen.

 

Wenn Brötchen oder Brot einmal zu trocken sind, dann wird es z.B. zu Knödeln, oder "armen Rittern" verarbeitet oder es wird an Pflegestationen für notleidende Tiere abgegeben.

Alles wird verwertet, alles kommt an, wo es gut gebraucht werden kann. Darauf sind wir ziemlich stolz.
Bis alles immer gut verteilt ist müssen die EfAs sich ordentlich ins Zeug legen. Aber die Mühe lohnt sich.

Ausblick

Das EfA-Konzept lokaler Lebensmittel-Rettung in Betrieben und Verteilung der Lebensmittel an gemeinnützige Organisationen und Personen, die nicht zur Tafel gehen können wurde dringend gebraucht.

Nur Lebensmittel, die nicht an die Zielgruppen verteilt werden können werden von EfA an jeden, der Lebensmittel retten möchte abgegeben. Keine Lebensmittel landen in der Tonne.

Auch die EfA-Kochworkshops für Jugendliche werden begeistert angenommen und sind ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit Lebensmitteln und damit auch zur Schonung der Ressourcen unserer Erde.
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11 Mio. Tonnen Lebensmittel werden in der Bundesrepublik pro Jahr weggeworfen, davon 60% (= 7 Mio. Tonnen) in den Privathaushalten. Von diesen 7 Mio. Tonnen, die in den Haushalten pro Jahr weggeworfen werden könnten rechnerisch rund 20. Mio. Menschen(!) ernährt werden.

Wie so oft kommt es auch in Bezug auf Verschwendung von Lebensmitteln auf das Wissen zur Haltbarkeit und Verwendung sowie die richtige Verteilung an.


Jeder kann also auch in seinem persönlichen Umfeld dazu beitragen die Welt ein bisschen besser zu machen.

 

PACKEN WIR ES AN!